Vorhang auf für die LJBO-Akademie
Mit zwei Konzerten am 11. und 12. September 2026 fand die diesjährige Landesjugendblasorchester-Akademie einen fulminanten Abschluss. Steirische Musiker*innen im Alter von 14-18 Jahren musizierten gemeinsam im symphonischen Blasorchester und brachten ein ambitioniertes Programm zu Gehör.
Quer durch die Steiermark
In der letzten Woche der Sommerferien trafen sich 72 Jungmusiker*innen aus 56 Musikvereinen in Weiz und erarbeiteten unter der musikalischen Leitung von Prof. Johann Mösenbichler ein vielfältiges Programm aus symphonischer Blasorchesterliteratur. Mösenbichler, Chefdirigent und Generalmusikdirektor des Polizeiorchesters Bayern, konnte bereits zum zweiten Mal als Dirigent für die LJBO-Akademie gewonnen werden. Mit seinem enormen Erfahrungsschatz vermittelte er den Teilnehmer*innen wertvolle Impulse für deren weitere musikalische Karriere und formte sie binnen nur weniger Tage zu einem leistungsstarken Orchester. Ebenso griff Markus Adam zum Taktstock und verlieh dem Programm mit eigenen Arrangements eine besondere Note. Die Abschlusskonzerte der Projektwoche fanden am 11. September im Kunsthaus Weiz und am 12. September in den Stadtsälen Voitsberg, jeweils vor vollem Haus, statt.

Curtain Up!
Unter diesem Motto lockte das Programm hunderte Zuhörer aus dem ganzen Bundesland an. Das Eröffnungsstück Olymiada von Samuel Hazo leitete ein festliches Konzert ein und gab schon einen ersten Hinweis auf die enorme musikalische Wandlungsfähigkeit des jungen Orchesters. Mit Marinarella von Julius Fučík wurde das Publikum zum Spaziergang am Meer entführt, ehe der Aquarellen-Walzer von Josef Stauß Wiener Flair in den Konzertsaal brachte. Mit dem klanggewaltigen Dum Spiro Spero folgte ein erster Ruhepunkt, ehe Eric Whitacres Cloudburst, ein atmosphärisches und effektvolles Werk, ein sprichwörtliches Sommergewitter über Musiker*innen und Publikum niedergehen ließ.

Nach der Pause fühlte man sich durch das für das Konzert namensgebende Stück Curtain Up! von Alfred Reed wie am Broadway, zeigte dieses doch die vielfältigen Musikstile des aufstrebenden Musiktheaters im 20. Jahrhundert. Im Anschluss ging es mit Sons of the Midnight Sun direkt nach Finnland, das mit seinen dunklen Tonarten und prägnanten Motiven eindrucksvoll das Leben in den Nordlanden zum Leben erweckte. Mit La Cage aux Folles und Les Miserables schlossen zwei Selektionen berühmter Musicalmelodien das offizielle Programm. Nach tosendem Applaus und Standing Ovations wandte sich auch der Maestro zum Publikum und hielt ein Plädoyer zur Förderung und Unterstützung der musikalischen Jugend. Kultur muss weiterhin seinen Stellenwert in der Gesellschaft behaupten, insbesondere in der jetzigen Zeit, wo durch systematische Einsparungen vielerorts an dessen Existenzgrundlage gerüttelt wird. Als Zugabe gab es den im Jahr 2001 von Alfred Reed dem Steirischen Blasmusikverband gewidmeten Marsch Old and New, ehe Wer hat an der Uhr gedreht? den Schlusspunkt eines eindrucksvollen Konzertes setzte.

Eine Erfolgsgeschichte
Die LJBO-Akademie ist ein jährliches Projekt, in dessen Rahmen junge Talente erste Erfahrungen im symphonischen Blasorchester sammeln können. In Register- und Gruppenproben mit renommierten Dozent*innen werden verschiedene Warm-Ups, Ansatztechniken und Übungen vermittelt, die eine authentische Interpretation der erarbeiteten Werke fördern. Parallel zur Registerarbeit wird in den Orchesterproben an Klangbalance, einheitlichem Stilempfinden und dem künstlerischen Gesamtbild gearbeitet. Als Vorstufe zum Landesjugendblasorchester werden die Musiker*innen unter größter Sorgfalt für dasselbe vorbereitet und sind schon jetzt wichtige Stützen in den Musikvereinen und Leuchttürme in der steirischen Blasmusiklandschaft.


