Herbert Maierhofer verliehen

Im Weißen Saal der Grazer Burg zeichnete Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer die diesjährigen neun Preisträger gemeinsam mit Gerald Schöpfer, dem Vorsitzenden des Steirischen Gedenkwerkes und dem Neffen von Alt-LH Josef Krainer, Clemens Jaufer aus.

Herberts Gattin Margit, seine Familie, Bürgermeister Josef Haberl, Vizebürgermeister Ewald Deimel, Gemeindekassier Alois Flechl, der langjährige Obmann des Kulturkreises Ottendorf Engelbert Lafer, der Obmann der Trachtenmusikkapelle Ottendorf Bernhard Posch und seine Frau Gabi sowie Bruder Harald mit seiner Margit waren als Gratulanten zur Verleihung dieser hohen Auszeichnung mitgereist.

Der Josef Krainer-Heimatpreis wird in Würdigung besonderer Verdienste um die Vertiefung kultureller Identität in allen Dimensionen der Lebenswelt der steirischen Heimat durch den Vorstand des Gedenkwerkes vergeben.

 

Harald Maierhofer

 

 

Foto: steiermark.at/Fischer

 

Laudatio von Universitätsprofessor DDr. Gerald Schöpfer:

Herbert Maierhofer (Musik)

Herbert Maierhofer wurde 1967 in Ottendorf an der Rittschein geboren. Musik liegt ihm im Blut, Tradition und Neugierde zugleich im Herzen und so waren seine langjährigen musikalischen Lebensaufgaben fast logische Konsequenz – natürlich brauchte es auch das nötige Talent und Fleiß, doch davon hat Herbert Maierhofer mehr als genug. Er war von 1987 an bis zum vorigen Jahr musikalischer Leiter des Kulturkreises Ottendorf und von 1991 bis ebenfalls 2017 Kapellmeister der Trachtenmusikkapelle Ottendorf. 15 Jahre lang (2002-2017) war er außerdem Bezirkskapellmeister-Stellvertreter. Dabei konnte er unzählige Erfolge und Auszeichnungen mit seinen betreuten Institutionen feiern. Neben dem Vereinsleben musiziert er auch mit seiner Gattin Margit, dem Sohn und den beiden Töchtern in der Hausmusik Maierhofer.

Wir möchten hier einen kleinen Auszug aus seinem Werdegang und dem großen Schaffens- und Erfolgswerk wiedergeben:

Bei der Steirischen Singwoche unter Kurt Muthspiel kam Herbert Maierhofer mit Chormusik in Berührung. Schon bald leitete er den Singkreis Ottendorf (der später der Kulturkreis wurde, den er ebenso leitete) und initiierte zahlreiche erfolgreiche Musicalprojekte von „Elisabeth“ bis „Jekyll & Hyde“. Auch das Theater lebte wieder auf und seine Adventkonzerte hatten immer einen besonders hohen Anspruch mit großer musikalischer Band-breite. Kirchen- und Frühlingskonzerte wurden jährlich gesteigert und mündeten in den letzten rund zehn Jahren in wahren Konzertfeuerwerken. Auch Kammermusikkonzerte bereicherten das regionale Kulturleben.

Als Solist war Maierhofer übrigens auch erfolgreich, u.a. als „Stephan“ im steirischen Musical „Die Geierwally“.

Der Trachtenmusikkapelle Ottendorf war Herbert Maierhofer, der selbst Flügelhorn und Waldhorn spielt, schon früh verbunden und übernahm bald auch Funktionen dort. 1991 wurde er schließlich Kapellmeister und baute den Musikverein mit über 70 Mitgliedern zu einer der stärksten und erfolgreichsten Musikkapellen der Region auf. Sein Horizont war schon immer über die Grenzen hinaus gerichtet und so jagte auch bei der Musikkapelle ein Highlight das nächste. 2014 kombinierte Maierhofer etwa die Trachtenmusikkapelle mit einer Rockband und begeisterte knapp 1000 Besucher bei der „Rock Symphonic Night“. 2015 unterstützte der steirische Schauspieler Andreas Kiendl die musikalische Lesung mit dem Titel „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“, 2016 wurde die Schauspielerin Brigitte Karner für das Konzert „Glaube – Liebe – Hoffnung – Die Sehnsucht nach Freiheit“ gewonnen und Peter Simonischek fungierte als Sprecher beim Kammermusikkonzert „Peter und der Wolf“. Mit dem Konzert „Auf zu neuen Horizonten“ endete im Vorjahr die Pilgerreise für Herbert Maierhofer und er übergab den Taktstock an seinen Neffen Christopher Koller.

 

Rückblickend lassen sich noch unzählige Erfolge und Auszeichnungen mit der Musikkapelle festhalten: mehrere „Steirische Panther“ und „Robert Stolz Preise“, erfolgreiche Teilnahmen bei verschiedensten Landes-, Bundes- und auch internationalen Wettbewerben und Veranstaltungen. Auch Konzertreisen hat Maierhofer seinem Musikverein immer wieder ermöglicht. Ein Höhepunkt war jedenfalls die Teilnahme an der 1. Intermusica in Birkfeld und der 1. Platz beim Bundeswettbewerb Musik in Bewegung.

Maierhofer selbst definiert für sich selbst folgende drei Schlüssel zum Erfolg:

Der 1. Schlüssel heißt Nachwuchsförderung. Der Fokus liegt dabei auf musikalischer Früherziehung – erwähnenswert ist hier etwa die Einführung der Musikwerkstatt, ein dreitägiges Lager für Nachwuchsmusiker in den Sommerferien, das mittlerweile als Bezirksmusikjugendcamp übernommen wurde. Zwar kann mit den aktiven Musikern auch über eine längere Zeitspanne erfolgreich gearbeitet werden, jedoch ohne Nachwuchs ist dieses Projekt eines mit Ablaufdatum. Ein Projekt, das angesichts der demografischen Entwicklungen und des steigenden Angebotes an Jugendaktivitäten zukünftig nicht einfacher wird.

Der 2. Schlüssel heißt Bodenständigkeit. Natürlich bringt der Erfolg die Versuchung, abzuheben, doch Maierhofer mahnt, nicht zu vergessen, wofür die Trachtenmusikkapelle Ottendorf im Grunde beauftragt ist: Kulturbotschafter und Mitgestalter in der rund 1500-Seelengemeinde zu sein.

Der 3. Schlüssel heißt Arbeit an Musikalität und Kameradschaft. Entsprechend der Altersgruppen werden Events organisiert, die Zusammenhalt und Kraft für neue Projekte schaffen und auch die musikalische Weiterbildung fördern.

 

Es ist sehr beeindruckend, was Herbert Maierhofer in seinem Schaffen erreichen und bewirken konnte. Zahlreiche Auszeichnungen, nicht nur von Musikverbänden und der Heimatgemeinde, sondern auch etwa die Humanitas-Medaille des Landes Steiermark. Mit dem Josef Krainer-Heimatpreis dürfen wir heute ein weiteres Stück Anerkennung zusprechen. Herzlichen Glückwünsch!