Diese Familie hat Musik im Blut

Wenn bei Familie Rindler fünf Musiktrachten zurechtgemacht werden und sich alle auf den Weg zum gemeinsamen Hobby - die Blasmusik - machen, dann hat der Musikverein Großwilfersdorf einen Auftritt. Steht eine Probe oder Ausrückung am Terminplan, wird zu Hause alles stehen und liegen gelassen, denn die Blasmusik findet sich ganz oben in der Liste der Freizeitaktivitäten. Es ist schon eine gewisse Herausforderung, dass jeder sein Hemd und seine Stutzen nach der Wäsche wiederbekommt, die Schuhe geputzt sind und sich die Tracht in den schönsten Vereinsfarben präsentiert, vor allem, wenn die Auftritte kurz hintereinander angesetzt sind. Bei rund 90 Zusammenkünften pro Jahr heißt es für die Familie im Schnitt alle vier Tage die Musikinstrumente einzupacken und sich auf den Weg zum Musikheim zu machen.

Mama Petra Rindler entstammt ja einer richtigen Musikerdynastie. Bereits ihr Großvater Karl Urschler war seit der Nachkriegszeit leidenschaftlicher Kapellmeister und Musiker. Ihr Vater Karl Urschler hat vor zwei Jahren nach 37 Jahren als Kapellmeister den Taktstock wiederum an seinen Sohn Karl-Heinz Urschler weitergegeben. Karl Urschler ist leidenschaftlicher Trompeter und zahlreiche seiner komponierten und arrangierten Stücke finden sich in den Programmen der Blasmusikvereine. Der Sohn von Kapellmeister Karl-Heinz, Adrian Urschler, spielt seit 11 Jahren Schlagzeug im Musikverein und möchte seine Begeisterung für Musik zu seinem Beruf machen. Nun ist der Taktstock bereits fast sieben Jahrzehnte fest in der Hand der Familie Urschler, wie es ausschaut, bleibt das Gott sei Dank noch lange so.

Petra sorgt mit ihrer Querflöte und ihrem Piccolo sowie als Stimmführerin bereits seit 35 Jahren für hohe musikalische Qualität. Sie war überhaupt die erste Querflötistin im Verein. Ihr Vater hat Musikunterricht auf der Querflöte genommen um seiner Tochter die Querflöte lernen zu können. Damals gab es nicht für alle Stücke Querflötennoten und so hat der Großvater sämtliche Noten händisch für die Querflöte geschrieben. Auch heute wird beim Neujahrsgeigen noch mit den handschriftlichen Noten musiziert. Petra ist Mitglied der Sing- und Spielgruppe, der auch ihre drei Kinder angehören. Unter anderem verleiht sie Familiengottesdiensten und anderen kirchlichen Anlässen ihre musikalische Note.

Nicht nur die Liebe zur Blasmusik teilen Petra und Wolfgang Rindler. Sie haben sich im Musikverein Großwilfersdorf kennen und lieben gelernt. Die beiden sind stolze Eltern von zwei Söhnen und einer Tochter. Wolfgang ist exzellenter Klarinettist und sorgt seit 33 Jahren als Stimmführer für den richtigen Ton in seinem Register. Er hat als Vorbild und Mentor schon viele inspiriert. Auch Wolfgangs Bruder Manfred hat seine ersten Erfahrungen im Musikverein Großwilfersdorf erlebt. Seit 1996 ist er 1. Solo-Klarinettist an der Bühne Baden sowie seit 2001 Lehrer an der Musikschule Triestingtal.

Die großartige Vorbildwirkung der Eltern brachte auch die Kinder zur Blasmusik. Die Söhne folgen den Fußstapfen des Papas, die Tochter folgt ihrer Mama. Auch im Vereinsvorstand hinterlassen Petra und Wolfgang in mehreren Funktionen ihre Spuren. Seit 2016 ist Sohn Maximilian als Medien- und Pressereferent sehr engagiert im Verein tätig. Die Vereinszeitung „MUSINEWS“ findet großen Anklang im Blasmusikbezirk Fürstenfeld.

Maximilian musiziert bereits seit 8 Jahren im Verein. Neben der Klarinette spielt er mit Vorliebe Bassklarinette und E-Bass. Felix spielt seit 3 Jahren Klarinette im Verein und erreichte im März einen 1. Preis beim Wettbewerb prima la musica. Lena ist seit einem Jahr mit ihrer Querflöte aktiv im Musikverein dabei.

Die Familien Rindler und Urschler sind ein besonders positives Beispiel für unsere großartige Blasmusikfamilie. Nachahmung unbedingt erwünscht.

 

Harald Maierhofer